Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - Januar/Februar 2006 - Nr. 15

Die Reise der Katze "Emily"

Es war Anfang Oktober des Jahres 2005, als "Emily" von einem ihrer täglichen Spaziergänge nicht nach Hause zurückkehrte. Sie hatte sich auf dem Gelände einer Firma am Kensington Drive in einem Papiercontainer umgesehen, als plötzlich die Luke geschlossen wurde. So geschehen in Appleton, Wisconsin, USA.

Am ersten Tag wurde der Container mit einem LKW von Appleton nach Chicago transportiert. Die Fracht: Papierrollen und die Katze "Emily". Es folgte eine viertägige Reise mit dem Zug von Chicago nach Halifax, Nova Scotia.

In Halifax wurde der Container auf einen Frachter verladen. Zielhafen: Antwerpen, Belgien. Die Atlantiküberquerung dauerte zehn Tage. Von Antwerpen ging es mit dem Schiff weiter nach Pompey, Frankreich. Das Binnenschiff brauchte eine Woche für diese Strecke.

Bis Nancy war es jetzt nicht mehr weit. Für die letzten Kiliometer wurde der Container auf einen LKW verladen, der ihn sicher bei der Firma Raftalac ablieferte.

Es war der 24. Oktober, als Angestellte der Firma Raftalac "Emily" in dem Papiercontainer entdeckten - ausgehungert und verängstigt. Ein Wunder, "Emily" lebte. Es war ihr erster Geburtstag.

Fast den ganzen November musste "Emily" in Quarantäne verbringen. Hier konnte sie sich von den Strapazen der Reise erholen. Es sei angemerkt, dass eine so lange Zeit ohne Nahrung und Flüssigkeit nachhaltige Schäden an den inneren Organen zur Folge haben kann.

Da "Emily" ein Halsband mit einer Marke trug, konnten ihre Besitzer ausfindig gemacht werden. Und so ging es am 1. Dezember mit einem Flugzeug der US-Fluglinie Continental zurück in die USA.

Also: Passt gut auf eure Katzen auf.

Yester Memo